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Personalmangel – und nun?

Offene Runde | 15.12.2022

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, stellt Unternehmer in allen Branchen vor Herausforderungen. Doch vor allem kleinere Betriebe haben meist nicht die nötigen Ressourcen, um im großen Stil Mitarbeiterakquise zu betreiben. Welche Strategien können helfen? Wo finden Hörakustiker trotz Personalmangel geeignete Auszubildende und qualifizierte Mitarbeiter? Und was können Alternativen sein, wenn das Recruiting scheitert? Darüber diskutierten die Mitglieder des Fachverbands Deutscher Hörakustiker (FDH) im Rahmen der monatlichen Online-Veranstaltung „offene Runde“.


Neue Generation, andere Bedürfnisse


Vor allem jüngere Menschen haben heute andere Vorstellungen und Wünsche, wie ihr Berufsleben aussehen soll. Nicht immer schlagen sie nach dem Schulabschluss den typischen Weg in die Ausbildung ein. Die jungen Erwachsenen möchten sich oftmals ausprobieren und die Welt kennenlernen.

Die „Generation Z“, die gerade den Arbeitsmarkt betritt, ist wertegetrieben und wünscht sich einen Job mit Sinnhaftigkeit. Auch flexible Arbeitsmodelle – zum Beispiel Arbeit in Teilzeit – sind gefragt. Um diese Zielgruppe zu gewinnen, müssen die Unternehmer ein Verständnis für deren Werte und Bedürfnisse entwickeln und flexibel darauf eingehen können.


Berufsbild stärker kommunizieren & Image steigern


Junge Menschen, die einen Beruf mit Sinn suchen, sind in der Hörakustik eigentlich genau richtig. Schließlich können sie in diesem Job tatsächlich etwas bewirken. Mit Hilfe modernster Technik helfen sie den Menschen, wieder mit allen Sinnen am Leben teilzuhaben. Doch oftmals scheitert es an der Kommunikation. Bei jungen Menschen sind das Berufsbild und die dazugehörigen Möglichkeiten überhaupt nicht bekannt.


Ein möglicher Lösungsansatz: Die Verbände müssen sich zukünftig zusammenschließen und dem Berufsbild des Hörakustikers ein zeitgemäßes Image verschaffen.


Neue Recruiting-Wege


Neue Generation, neue Kommunikationskanäle: Um Auszubildende zu gewinnen, müssen Hörakustiker auch in der Zielgruppenansprache auf neue Strategien setzen. Soziale Medien bieten das Potenzial, auch jüngere Menschen zu erreichen und für das eigene Unternehmen zu begeistern.


Alternative Lösungen & Ressourcen schaffen


Und wenn das Recruiting scheitert? Wie können Hörakustiker zusätzliche Ressourcen schaffen, wenn sich keine neuen Mitarbeiter gewinnen lassen? Nicht zwangsläufig müssen alle Mitarbeiter in der Filiale über die gleichen Qualifikationen wie der Hörakustikmeister verfügen. Eine Alternative können Quereinsteiger sein. Nach entsprechender Einarbeitung können sie zum Beispiel vorbereitende und begleitende Tätigkeiten übernehmen und den Hörakustiker somit entlasten. Ein Beispiel ist der sogenannte „Hörberater“, der Kundenfragen beantwortet, Hilfestellung gibt und Zubehör bestellt.


Wichtig dabei: Hörberater können die Arbeit des Hörakustikers nicht ersetzen. Eine fundierte Ausbildung ist weiterhin entscheidend, um die Qualität in der Branche langfristig zu sichern.


Fazit


Der Personalmangel macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar und kaum ein Betrieb bleibt davon verschont. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde sind sich einig: Ein Allheilmittel gibt es nicht. Doch die Branche bietet ausreichend Potenzial, um auch zukünftig junge Menschen zu begeistern. Was es dafür braucht: Flexibilität und Verständnis für die Bedürfnisse der jüngeren Generation.



Über die offene Runde


Um sich regelmäßig über aktuelle Themen und Herausforderungen der Hörakustik-Branche auszutauschen, treffen sich die Mitglieder des Unternehmerverbunds FDH einmal im Monat online.